Elementor #568

Hi, ich bin Merlin (Der Zauberer, ohne Zauberkünste). Ich bin leidenschaftlich beim Sport, vor allem bei Calisthenics. Ich liebe es mit eigenem Körpergewicht zu trainieren, wie Muscle ups, human flag oder einfach die basics. Was Ausdauersport anging war ich immer ein bisschen faul. Ich habe es zwar immer mal wieder probiert, mich aber oft übernommen, so das ich dann meistens gesagt hatte “jetzt reicht es wieder für eine ganze weile”. Das spannende ich lebe direkt am Fuße vom Kandel, ein Berg, 1.241 m hoch und voller schöner Orte die zum Sport einladen. Auf der einen Seite haben wir den Kandelfelsen, ein Muss für alle Kletterer, mit atemberaubender Aussicht ins Tall. Gerade bei Sonnenuntergängen lohnt es sich oben zu stehen und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Auch ein schönes Ziel für Familien. Wer lust auf eine Richtige Wanderung hat kann von Waldkirch aus an meiner Haustür vorbei bis nach oben laufen und kommt dann auch beim Felsen vorbei. So ich wollte euch aber von meiner Erkenntnis erzählen und zwar bin ich vor zwei Jahren das erste mal auf den Kandel geradelt. 10 km und 931 Höhenmeter. Ich kann euch sagen ich war fix und fertig als ich oben angekommen bin, ich habe teilweise richtig oft gezweifelt das ich es überhaupt schaffe. Als ich oben angekommen bin habe ich mir erstmal Spätzle mit Pilzsoße gegönnt. Seit diesem Erlebnis war meine Lust am Radeln erstmal getilgt. Zwei Jahre Später habe ich die gleiche Tour nochmal gemacht und wieder war ich ziemlich Kaputt als ich oben angekommen bin, zwar nicht ganz so wie das erste mal aber definitiv platt. Ziemlich genau einen Woche Später Chille ich in der Sonne unten auf der Terrasse und um die Ecke kommt Johannes ein guter Kumpel aus der Schulzeit. Er fragt, “ hey hast du bock auf den Kandel zu radeln?” Ich war eigentlich in der Einstellung das es jetzt erstmal wieder reicht mit Radeln für dieses Jahr. Auf jeden fall bin ich dann mit ihm nochmal hochgeradelt und fucking hell war das geil, die ganze Anstrengung die ich beim ersten mal verspürt hatte war wie weg. Ich möchte nicht sagen das es nicht mehr anstrengend war, aber es war wesentlich einfacher und hat richtig Spaß gemacht, vor allem in guter Begleitung. Das war ein richtiger Eye Opener für mich, ich hatte die Erkenntnis allem eine Zweite und dritte Chance zu geben, bevor ich über etwas urteile. Anfangs auf der Strecke habe ich relativ langsam gemacht weil ich Angst hatte das wenn ich zu schnell fahre, das ich nicht lange durchhalte. Als es dann nach einer halben Stunde immer noch relativ einfach ging haben wir beide einen Zahn zu gelegt und verdammt war das ein gutes Gefühl. Auf halber Strecke ist meine Fahrrad Kette gerissen, beim schalten an einer Steilen Stelle. Da war ich kurz frustriert, weil es so gut funktioniert hat und ich noch so viel Power hatte. Wir haben es dann hinbekommen mit zwei Steinen die Kette wieder zusammen zu klopfen und verrückter Weiße hat das wirklich geklappt und wir haben es fast komplett hochgeschafft als sie dann nochmal auseinander gegangen ist und wir nochmal klopfen durften. Endlich oben ein Glücksgefühl, was sich schwer zu beschreiben lest wenn man es noch nie selbst erlebt hat. Ein riesiges grinsen in meinem Gesicht, was für den ganzen Tag angehalten hat. Was ich an alle weitergeben möchte die sich so etwas vielleicht mal vorstellen können, mach es einfach, komm aus deiner Komfortzone und probier einfach etwas neues aus. Aber merke dir, gib allem eine zweite Chance, bevor du urteilst und am besten ist diese zweite Chance in nächster nähe. Es ist nicht leicht und man hat nicht immer einen Johannes, der einen zu dieser zweiten Chance pusht.

Seit diesem Erlebnis habe ich echte Freude am Fahrrad fahren entwickelt und bin regelmäßig zwischen Waldkirch und Freiburg hin und her geradelt.
Mein dritter versuch auf den Kandel zu radeln war auch ein voller Erfolg. Es war ein bisschen her seit den ersten zwei malen, aber in der zwischen Zeit bin ich mit meinen zwei kleinen Schwestern einmal hochgelaufen um oben zu übernachten. Da die Kette immer noch gerissen war habe ich ein eher altes Fahrrad genommen, was auch noch einigermaßen gut fährt und habe es innerhalb von 1 Stunde und 30 Minuten hochgeschafft, gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Weil ich jetzt dreimal immer die gleiche Strecke gefahren bin habe ich einen super vergleich zu den vorherigen malen und bin immer wieder über mich selbst erstaunt wie viel einfacher es jedesmal wird.

Ein cooler älterer Herr mit dem ich mich unterhalten habe, meinte das er immer so in einer Stunde hochfährt, das heißt es ist noch viel Luft nach oben für mich. Mir geht es im ersten sinne aber nur um dieses überwältigende Gefühl, mit der Natur und was man einfach verspürt wenn man es auf den Gipfel schafft. Oben angekommen bin ich noch im Gespräch mit dem Herrn und mir tippt jemand von hinten auf die Schulter. Ich drehe mich um und ein junger Mann meinte, das die Mädels aus seiner Gruppe mich beim hoch radeln gesehen hätten und mich gerne auf ein Bier einladen würden. Kurz um ich hatte an dem Abend mega die schönen Begegnungen mit verschiedenen wertvollen Menschen. Wie ich es sonst immer nur auf Reisen erlebt hatte. Die Gruppe war echt cool, mit Feuerschale und tollen Gesprächen.

Ich bin total der Freund von auf eigene Faust los zu ziehen und einfach mal alleine in der Natur übernachten oder etwas für sich zu tun. Einfach mal aus den normalen mustern ausbrechen und ins unbekannte, dann können auch Begegnungen wie beim Reisen entstehen.

Für alle die immer dachten Ausdauersport macht keinen Spaß, fangt einfach an und hört nicht mit dem ersten mal wieder auf dann kann es zu großem Genus werden. Ich bin so dankbar das ich durch das zweite mal auf den Kandel radeln eine ganz neue Welt entdecken durfte und hoffe das ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht habt oder noch machen werdet.

Bis dahin

Stay positive and leave your comfort zone

Merlin 😉

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